Trotz unveränderter Konfiguration entstehen doppelte Ressourcen in der Cloud. Die alten Instanzen laufen weiter und verursachen weiterhin Kosten.
Terraform hält in einer State-Datei fest, welche echten Cloud-Ressourcen zu welchem Konfigurationseintrag gehören. Dieser State ist Terraforms Gedächtnis: Er speichert den Zustand, den Terraform beim letzten apply beobachtet hat. Bei jedem Lauf vergleicht Terraform den Soll-Zustand aus den .tf-Dateien, den Ist-Zustand aus dem State und die reale Cloud.
In der Konfiguration steht eine EC2-Instanz namens web-server. Nach dem apply liegt die Instanz-ID der erzeugten Cloud-Instanz im State. Genau diese ID erlaubt Terraform bei einer späteren Änderung, dieselbe Instanz zu aktualisieren statt eine neue zu bauen. Ohne State entsteht beim nächsten apply eine doppelte Instanz.
So prüft man es: Nach terraform apply die Ausgabe darauf prüfen, ob sie nur beabsichtigte Änderungen zeigt. Erscheinen Ressourcen als komplett neu, fehlt vermutlich die Zuordnung im State.
Der State ist kein Protokoll, sondern ein Abbuchungsregister: Er entscheidet, welche echte Ressource beim Abbau entfernt wird. Deshalb gehört er geschützt in ein Remote-Backend, ein zentraler Ablageort für den State, etwa ein S3-Bucket; dort verhindert State-Locking, dass zwei Läufe gleichzeitig denselben State überschreiben. Weil der State Klartext wie Passwörter enthalten kann, hat er nichts in Git verloren.
Ein verlorener State lässt sich über Import-Werkzeuge teilweise zurückholen. Einfacher ist es, ihn nie zu verlieren.
State heißt nicht Nebenprodukt, sondern Gedächtnis ohne Rückversicherung.
📌 State-Datei · Remote-Backend · State-Locking
📚 Cloud von Grund auf · Tag 6 von 30
#Terraform #iac #devops
Ein apply ohne Blick auf den Plan ist ein Commit ohne Diff: Man weiß nicht, was gelöscht oder neu gebaut wird. Der Plan kostet Sekunden und verhindert teure Überraschungen.
📦 terraform plan zeigt jede Änderung mit einem Vorzeichen am Zeilenanfang. Plus bedeutet neu erstellen, Minus löschen, Tilde verändern. Etwa „+ aws_instance.web“ heißt: Diese Ressource wird neu gebaut, nicht nur geändert.
🔑 Drift wird erst im Plan sichtbar, also Abweichungen zwischen State und echter Infrastruktur. Der State ist Terraforms Datei, die Konfiguration und reale Ressourcen einander zuordnet. Wer eine Sicherheitsgruppe manuell in der Konsole ändert, sieht das im Plan als Tilde.
📈 Mit terraform plan -out=plan.tfplan wird der Plan als binäre Datei gespeichert. Sie enthält neben den Änderungen auch den damaligen Zustand. Anschließend setzt terraform apply plan.tfplan genau diesen Stand um, nichts anderes. Der Einsteigerirrtum: apply ohne Datei erneut ausführen und glauben, der zuvor gesehene Plan werde umgesetzt. Ohne Datei erzeugt apply einen neuen Plan. Hat sich die Realität inzwischen geändert, etwa durch einen Kollegen, wird etwas anderes ausgeführt als geprüft wurde. Deshalb gilt: prüfen, speichern, genau diese Datei anwenden. In Pipelines mit manueller Freigabe ist der gespeicherte Plan das Kontrollmittel: Geprüftes und Ausgeführtes sind identisch. Eine fest gepinnte Provider-Version hält Plan und Ausführung reproduzierbar.
Gespeichert heißt nicht bestätigt, sondern eingefroren: apply führt genau den geprüften Stand aus. Ohne Datei heißt apply „neu planen“, nie „wie gerade gesehen“.
📌 terraform plan · Plan-Datei · Drift
📚 Cloud von Grund auf · Tag 5 von 30
#Terraform #iac #devops
Viele denken, Terraform finde die realen Ressourcen sowieso in der Cloud. Das klingt plausibel, denn Instanzen und Netzwerke sind sichtbar in der Konsole.
Tatsächlich vergleicht Terraform bei jedem Lauf drei Dinge: den Soll-Zustand aus den .tf-Dateien, den Ist-Zustand aus dem State und den realen Zustand in der Cloud. Der State ist Terraforms Gedächtnis; er speichert für jede Ressource, was beim letzten apply, dem Befehl, der Änderungen ausführt, existierte. Ohne ihn weiß Terraform nicht, welche echte Instanz zu welcher Konfigurationszeile gehört.
Der Irrtum entsteht, weil die Ressourcen nach dem Löschen der Datei weiterlaufen. Erst der nächste apply zeigt die Folge: Neue, doppelte Ressourcen entstehen.
In der Konfiguration steht eine EC2-Instanz namens web-server. Nach dem apply landet die Instanz-ID der erzeugten Cloud-Instanz im State. Genau diese ID erlaubt Terraform später, dieselbe Instanz zu aktualisieren, statt eine neue zu bauen.
Woran man es erkennt: terraform plan meldet plötzlich, dass Ressourcen neu erstellt werden sollen, obwohl die Konfiguration unverändert ist. Nach dem darauffolgenden apply zeigt die Konsole dann doppelte Instanzen.
In Teams gehört der State in ein Remote-Backend wie S3, also eine zentrale Ablage, auf die alle zugreifen; Locking über DynamoDB oder S3-Lock-Dateien verhindert gleichzeitige Änderungen. Der State kann Klartext-Passwörter enthalten und ist ein Geheimnis.
State heißt nicht nebensächliches Nebenprodukt, sondern das Gedächtnis, das Konfiguration und reale Ressourcen verbindet. Verlorener State bedeutet: Die Cloud bleibt bestehen, aber Terraform kann sie nicht mehr zuordnen.
📌 State-Datei · Remote-Backend · Locking
📚 Cloud von Grund auf · Tag 5 von 30
#Terraform #iac #aws
Beide sind Dateien mit Ressourcen drin, deshalb hält man sie für dasselbe. Doch sie beantworten verschiedene Fragen: den Soll-Zustand und den Ist-Stand.
Die Konfiguration ist der Bauplan: In Terraform-Dateien steht in deklarativer Sprache, was entstehen soll, etwa eine Security-Group, also eine Firewall-Regelgruppe in AWS. Sie beschreibt Eigenschaften, aber keine konkreten Cloud-Objekte. Ein Beispiel: eine Regel, die einen Port für HTTPS freigibt. Terraform liest sie bei jedem Lauf neu ein.
Der State ist das Gedächtnis von Terraform: eine Datei, die für jede Ressource der Konfiguration festhält, welche echte Ressource in der Cloud dazugehört, etwa über deren konkrete ID. Steht dort eine Security-Group mit einer ID, kennt Terraform genau dieses Objekt. Fehlt der State, kann Terraform bestehende Ressourcen nicht mehr verwalten.
Die Konfiguration ist der Wunsch, der State die Zuordnung zur Wirklichkeit. Beim Plan vergleicht Terraform drei Dinge – Konfiguration, State und reale Ressourcen – und leitet daraus die Änderungen ab.
Faustregel: Wer Änderungen plant, braucht zuerst einen aktuellen State, sonst sind Plan und Wirklichkeit auseinander. Deshalb liegt der State zentral in einem Remote-Backend wie S3, einem Speicher, den alle Beteiligten gemeinsam nutzen.
Vorsicht: Der State kann Passwörter im Klartext enthalten und ist wie ein Geheimnis zu schützen. Löschen ist keine Aufräumlösung, sondern verwirft nur das Gedächtnis und erzeugt Duplikate.
Der State ist nicht die Konfiguration, sondern das Gedächtnis, das beide verbindet. Ohne ihn weiß Terraform nicht, was es selbst angelegt hat.
📌 Konfiguration · State · Remote-Backend
📚 Cloud von Grund auf · Tag 5 von 30
#Terraform #iac #devops #CloudSecurity
Das Grundbuch verzeichnet jedes Grundstück mit Nummer, Besitzer und aktuellem Zustand. Will der Planer ein Haus umbauen, schlägt er erst nach: Ist das Grundstück bereits eingetragen? Ist der Zustand dort noch aktuell? Erst dann entscheidet er, ob gebaut, umgebaut oder abgerissen wird.
Bei Terraform heißt das Grundbuch State: eine Datei mit der Zuordnung zwischen dem Namen in der Konfiguration, also den Textdateien, die Infrastruktur beschreiben, und der realen Ressource in der Cloud. Bei jedem terraform plan oder terraform apply vergleicht Terraform drei Dinge: den gewünschten Zustand, den gespeicherten Ist-Zustand und die echte Cloud. Aus der Differenz ergibt sich, was erstellt, geändert oder gelöscht wird.
Konkret: In der Konfiguration steht eine EC2-Instanz (virtuelle Maschine bei AWS) mit dem Namen webserver. Im State liegt dazu die ID der realen Instanz, etwa i-abc123. Nur über diese Zuordnung findet Terraform die Instanz wieder, wenn sie verkleinert oder gelöscht werden soll. Löscht jemand die Instanz in der Konsole, meldet terraform plan die Abweichung und schlägt vor, sie neu zu erstellen.
Das Bild hat eine Grenze: Ein Grundbuch kann von Hand weitergeschrieben werden, der State nicht. Jede manuelle Änderung zerstört die Zuordnung. Deshalb gilt in der Praxis: State im verschlüsselten Backend (zentraler Ablageort) speichern, Zugriff strikt begrenzen.
Der State ist Terraforms Gedächtnis, kein Protokoll. Er wird geschützt, geteilt und nie von Hand editiert.
📌 State · Backend · Zuordnung
📚 Cloud von Grund auf · Tag 5 von 30
#Terraform #iac #CloudSecurity
Wer sein erstes Dockerfile, die Schritt-für-Schritt-Bauanleitung für ein Image, schreibt, baut oft von Grund auf neu und staunt über die Wartezeit. Das kostet in jeder Continuous-Integration-Pipeline, die jede Codeänderung automatisch baut und testet, unnötig Zeit.
Ein Layer ist eine Schicht, ein Zwischenstand des Dateisystems, den Docker beim Bauen einzeln speichert. Jede Dockerfile-Anweisung wie RUN, COPY oder ADD erzeugt eine eigene Schicht; ein Dockerfile beschreibt Schritt für Schritt, wie das Image gebaut wird. Trifft der Zwischenspeicher auf eine bekannte Schicht, wird sie nicht neu gebaut, sondern direkt verwendet.
Weil jede Schicht auf dem Ergebnis der vorherigen aufbaut, gilt: Sobald eine Schicht geändert wurde, werden diese und alle folgenden Schichten neu gebaut. Beim COPY-Schritt entscheidet dabei allein der Inhalt der kopierten Dateien über den Treffer, nicht der Name des Schritts. Ein Dockerfile beginnt daher mit dem selten geänderten RUN-Schritt zum Installieren der Pakete, denn das ändert sich selten. Der eigene Quellcode mit COPY zu kopieren gehört ans Ende: Weil sich Code bei jedem Commit ändert, machen früh kopierte Dateien alle späteren Schichten ungültig. Der Zwischenspeicher nützt dann nichts.
Verwechselt wird der Layer mit dem fertigen Image, der unveränderlichen Vorlage für Container. Das Image besteht aus der gesamten Kette dieser Schichten; der Layer ist ein einzelner Baustein davon.
Der Bau ist nicht jedes Mal ein Neuanfang, sondern ein Abgleich von Schichten. Genau deshalb steht der Quellcode im Dockerfile ganz am Ende.
📌 Layer · COPY · Pipeline
📚 Cloud von Grund auf · Tag 5 von 30
#docker #iac #devops