Logo
Thomas Müller
Die Konfiguration beschreibt, was sein soll. Der State merkt sich, was bereits echt existiert.

Beide sind Dateien mit Ressourcen drin, deshalb hält man sie für dasselbe. Doch sie beantworten verschiedene Fragen: den Soll-Zustand und den Ist-Stand.

Die Konfiguration ist der Bauplan: In Terraform-Dateien steht in deklarativer Sprache, was entstehen soll, etwa eine Security-Group, also eine Firewall-Regelgruppe in AWS. Sie beschreibt Eigenschaften, aber keine konkreten Cloud-Objekte. Ein Beispiel: eine Regel, die einen Port für HTTPS freigibt. Terraform liest sie bei jedem Lauf neu ein.

Der State ist das Gedächtnis von Terraform: eine Datei, die für jede Ressource der Konfiguration festhält, welche echte Ressource in der Cloud dazugehört, etwa über deren konkrete ID. Steht dort eine Security-Group mit einer ID, kennt Terraform genau dieses Objekt. Fehlt der State, kann Terraform bestehende Ressourcen nicht mehr verwalten.

Die Konfiguration ist der Wunsch, der State die Zuordnung zur Wirklichkeit. Beim Plan vergleicht Terraform drei Dinge – Konfiguration, State und reale Ressourcen – und leitet daraus die Änderungen ab.

Faustregel: Wer Änderungen plant, braucht zuerst einen aktuellen State, sonst sind Plan und Wirklichkeit auseinander. Deshalb liegt der State zentral in einem Remote-Backend wie S3, einem Speicher, den alle Beteiligten gemeinsam nutzen.

Vorsicht: Der State kann Passwörter im Klartext enthalten und ist wie ein Geheimnis zu schützen. Löschen ist keine Aufräumlösung, sondern verwirft nur das Gedächtnis und erzeugt Duplikate.

Der State ist nicht die Konfiguration, sondern das Gedächtnis, das beide verbindet. Ohne ihn weiß Terraform nicht, was es selbst angelegt hat.

📌 Konfiguration · State · Remote-Backend

📚 Cloud von Grund auf · Tag 5 von 30
#Terraform #iac #devops #CloudSecurity
21 Std vor

Noch keine Antworten!

Es scheint, dass diese Veröffentlichung noch keine Kommentare enthält. Um auf diese Veröffentlichung von Thomas Müller zu antworten, klicken Sie unten darunter auf