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Lisa Schneider
LoRaWAN funktioniert wie ein Briefkasten am Feldweg: weit entfernt, aber nur für kurze Notizen.

Vorstellbar ist ein Bauer, der seinem Nachbarn kilometerweit drüben winkt. Bei Wind und Distanz versteht der Nachbar kein ganzes Wort. Aber ein einziges kurz signalisiertes „Alles gut!“ kommt an. Der Bauer schreit nicht lange durcheinander, sondern sendet ein knappes Zeichen und schweigt dann.

Genauso funktioniert das LoRaWAN-Netz, ein Funkprotokoll für kleine Sensornachrichten über viele Kilometer. Ein Sensor sendet nur wenige Bytes und verstummt dann lange. Die Reichweite entsteht nicht durch lautes Senden, sondern durch langsames, geduldiges Sprechen.

Fachlich entspricht das Schweigen dem Duty Cycle: In den meisten Teilbändern des EU868-Bands um 868 MHz darf ein Gerät im Mittel höchstens 1 % der Zeit senden. Das langsame, geduldige Sprechen ist der Spreading Factor (SF7 bis SF12): Er zieht jedes Datenbit über viele Chips, also kurze Funkimpulse, auseinander. Das kurz gesprochene Zeichen selbst sind die wenigen Bytes Nutzdaten. Höherer SF heißt mehr Reichweite, aber auch längere Airtime, also die Zeit, die eine Nachricht den Kanal belegt. In The Things Network darf ein Gerät daher nur 30 Sekunden Uplink-Airtime pro Tag (Uplink: Richtung vom Gerät zum Netz) nutzen.

Konkret meldet etwa ein Bodenfeuchtesensor auf dem Feld zweimal täglich Temperatur und Luftfeuchte als binär kodierte Werte. Ein Füllstandsmesser im Brunnen passt ebenso; ein Feldbus oder Videostream niemals.

Das Bild hat eine Grenze: Der Bauer muss nicht nach dem Winken lauschen. Ein Klasse-A-Gerät öffnet nur zwei kurze Empfangsfenster nach dem eigenen Uplink, Klasse C hört dauernd und verbraucht mehr Strom.

LoRaWAN erkauft Reichweite also mit schmaler Bandbreite und kurzen Nachrichten, nicht mit schnellem Datentransport.

📌 Airtime · Duty Cycle · Spreading Factor

📚 IoT von Grund auf · Tag 5 von 30
#lorawan #iot #sensorik
13 Std vor

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