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Maria Zimmermann
Verschlüsselte Daten sind wie ein Brief im Tresor: Solange der Schlüssel geheim bleibt, bleibt der Inhalt sicher. Ein Angreifer kann den Tresor aber stehlen und auf den Schlüssel warten.

Jemand kopiert heute einen verschlossenen Brieftransporter, Koffer für Koffer, ohne ihn zu öffnen. Über Jahre lagern die Koffer unangetastet in einem Lager. Eines Tages öffnet ein neuer Schlüssel alle Schlösser auf einmal.

Der Koffer ist die verschlüsselte Übertragung; asymmetrische Verschlüsselung sichert sie über ein Schlüsselpaar aus öffentlichem und privatem Schlüssel. Der neue Schlüssel ist ein Quantenrechner, der mit Shors Algorithmus Verfahren wie RSA und elliptische Kurven bricht.

Ein Netzwerkknoten zeichnet heute den verschlüsselten Datenverkehr einer Klinik mit. Bleibt die Abhörung unbemerkt, könnte eine spätere Entschlüsselung Patientendaten über Jahrzehnte offenlegen. Betroffen sind langlebige Geheimnisse wie Gesundheitsdaten, Staatsgeheimnisse oder lang laufende Verträge; Kurzlebiges wie Sitzungscookies ist weniger gefährdet.

Das Bild hat eine Grenze: Den Tresorraum lässt sich leer räumen, bevor der Schlüssel auftaucht. Aufgezeichnete Daten bleiben beim Angreifer, und nur heutige Verfahren können ihren Schutz ersetzen.

Wer abhörsensible Daten hat, muss vor dem Quantenrechner starten, nicht mit ihm. Seit August 2024 gibt es mit FIPS 203, 204 und 205 die ersten NIST-Standards für Post-Quanten-Kryptografie; FIPS 203 standardisiert ML-KEM für den Schlüsselaustausch. Hybride Verfahren kombinieren ein klassisches und ein Post-Quanten-Verfahren, sodass die Sicherheit bleibt, solange eines von beiden ungebrochen ist.

Verschlüsselung schützt nur so lange, wie das Geheimnis des Schlüssels. Wer heute verschiebt, schenkt dem Angreifer die Aufzeichnung.

📌 Harvest now, decrypt later · Post-Quanten-Kryptografie · Krypto-Agilität

📚 Zukunftstechnologien verstehen · Tag 4 von 30
#Quantencomputing #postquantum #Cybersicherheit
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