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Maria Zimmermann
Viele halten den Quantencomputer für einen Turbo-PC. Dabei rechnet er alltägliche Aufgaben nicht schneller, sondern nur wenige, ganz bestimmte Problemtypen.

Nach den ersten Experimenten fällt auf, dass einfache Rechenaufgaben auf einem Quantenrechner nicht schneller laufen. Ergebnisse sind statistisch und brauchen viele Wiederholungen, sogenannte Shots, um verlässlich zu werden.

Ein Quantencomputer arbeitet nicht mit klassischen Bits, sondern mit Qubits, deren Überlagerung (Superposition) erst bei der Messung zu einem konkreten Wert kollabiert. Der Nutzen liegt nicht darin, alle Lösungen parallel auszuprobieren, sondern darin, dass Interferenz die Wahrscheinlichkeit der richtigen Antwort verstärkt und falsche unterdrückt. Das muss der Algorithmus gezielt ausnutzen – sonst misst man nur zufällige Einzelwerte.

Shors Algorithmus faktorisiert große Zahlen und löst diskrete Logarithmen (eine weitere mathematische Kernoperation heutiger Verschlüsselung) effizient, aber nur auf einem ausreichend großen, fehlerkorrigierten Quantenrechner – das bedroht RSA und elliptische Kurven. Grovers Algorithmus beschleunigt unstrukturierte Suche quadratisch; bei AES entspricht das grob einer Halbierung der effektiven Schlüssellänge, weshalb längere Schlüssel empfohlen werden. Heutige Geräte sind NISQ-Systeme (Noisy Intermediate-Scale Quantum, von Preskill 2018 geprägt): Dekohärenz (der Verlust der Qubit-Eigenschaften durch Störung) und Gatterfehler begrenzen die zuverlässige Operationszahl.

So prüft man es: Man fragt, ob für das konkrete Problem ein nachweisbarer Quantenvorteil existiert. Ohne einen solchen Nachweis bleibt die Aufgabe auf klassischer Hardware besser aufgehoben.

Ein Quantencomputer ist kein schnellerer Allzweckrechner, sondern ein Beschleuniger für umrissene Problemklassen.

📌 Quantenvorteil · Shor & Grover · NISQ-Grenzen

📚 Zukunftstechnologien verstehen · Tag 4 von 30
#Quantencomputing #postquantum #strategie
2 Tage vor

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