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Thomas Müller
Öffentliches und privates Subnetz klingen wie zwei verschiedene Bausteine. Dabei entscheidet nur eine Zeile in der Routing-Tabelle, welches Subnetz welches ist.

Die Verwechslung entsteht, weil der Name wie eine Sicherheitseigenschaft klingt. Tatsächlich ist „privat“ nur eine Aussage über Routen, nicht über einen Filter.

Ein Subnetz ist ein abgegrenzter IP-Adressbereich innerhalb einer VPC, des privaten Netzwerks in der Cloud. Jedes Subnetz hängt an einer Routing-Tabelle, die anhand des Ziel-IP-Bereichs entscheidet, wohin jedes Paket geleitet wird. Ein öffentliches Subnetz hat eine Route „Ziel 0.0.0.0/0, Ziel Internet Gateway“ – das Gateway ist die Verbindung zwischen VPC und Internet. Ein Webserver, der aus dem Internet erreichbar sein soll, gehört hierhin.

Ein privates Subnetz ist dasselbe Konstrukt, nur ohne Route zum Internet Gateway. Eine RDS-Datenbank (ein verwalteter Datenbankdienst) läuft typischerweise im privaten Subnetz. Der Zugriff wird über eine Security Group erlaubt, eine Firewall an der Netzwerkschnittstelle, die nur die Anwendungsschicht als Quelle nennt.

Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Namen, sondern in der Route. Unerreichbarkeit von außen entsteht durch die fehlende Route, nicht durch eine Sperre. Für ausgehenden Internetzugang stellt ein NAT Gateway im öffentlichen Subnetz die Verbindung her, ohne dass jemand von außen hineinkann.

Faustregel: Alles, das direkt aus dem Internet erreichbar sein muss, gehört ins öffentliche Subnetz; alles andere, etwa Datenbanken, ins private.

Öffentlich heißt also nicht ungefiltert, und privat heißt nicht gesperrt. Beide Begriffe beschreiben nur, ob eine Route zum Internet Gateway existiert.

📌 Route entscheidet · 0.0.0.0/0 · Angriffsfläche trennen

📚 Cloud von Grund auf · Tag 2 von 30
#aws #CloudSecurity #devops
3 Tage vor

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