Wer eine virtuelle Maschine startet, also einen nachgebildeten Rechner mit eigenem Betriebssystem wie Linux oder Windows, trifft die Entscheidung sofort: Das System braucht ein Laufwerk. Wer den Unterschied nicht kennt, mountet den Objektspeicher wie ein Netzlaufwerk und wundert sich, warum zeichenweises Bearbeiten nicht funktioniert.
Objektspeicher wie S3 legt Daten als Objekte mit Schlüssel und Metadaten in Buckets ab. Jede Datei wird als abgeschlossenes Ganzes unter einem eindeutigen Schlüssel gespeichert, etwa einem langen Dateinamen; einzelne Bytes lassen sich nicht ändern, sondern nur das ganze Objekt neu schreiben. Blockspeicher wie EBS zerlegt Daten in gleich große Blöcke und blendet sie der virtuellen Maschine als Festplatte ein, auf der das Betriebssystem ein Dateisystem anlegt und Dateien beliebig ändert.
Konkret: Eine EC2-Instanz, so heißt die virtuelle Maschine bei AWS, bootet von ihrem EBS-Laufwerk; dort liegen Betriebssystem und installierte Software, weil viele kleine Dateien schnelle Lese- und Schreibzugriffe brauchen. Ein Upload-Verzeichnis mit Bildern und Videos gehört dagegen in einen S3-Bucket, weil dort unbegrenzt viele Objekte dauerhaft ohne Laufwerksgröße abgelegt werden. Auch Backups und Protokolldateien gehören dorthin. Speicherkosten fallen dabei auch ohne laufende Anwendung an, solange die Daten existieren.
Verwechselt wird der Objektspeicher oft mit einem Netzlaufwerk oder einer Datenbank. Er ist für das Speichern und Abrufen ganzer Dateien gebaut, nicht für zeichenweises Bearbeiten.
📌 Objektspeicher · Blockspeicher · Zuordnung der Daten
📚 Cloud von Grund auf · Tag 2 von 30
#aws #CloudHosting #Backup