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Thomas Müller
Viele halten eine virtuelle Maschine für ein Programm wie jedes andere. Dabei bootet sie wie ein eigener Rechner – mit eigenem Betriebssystem.

Viele stellen sich eine VM als Anwendung im Betriebssystem des Hosts vor, so wie ein Browser oder ein Spiel. Das klingt plausibel, weil sie doch irgendwo als Datei auf einem Server liegt.

Tatsächlich ist eine virtuelle Maschine ein abgeschlossener Rechner im Rechner. Sie startet von ihrem zugewiesenen virtuellen Laufwerk ein eigenes Betriebssystem, etwa Linux oder Windows, das die geteilte Hardware nicht sieht. Ein Hypervisor, also eine Software-Schicht, die die physische Hardware verwaltet, teilt CPU, Speicher und Netzwerk auf viele VMs auf. Dabei gibt er ihnen keine vorgetäuschte fremde Hardware wie eine Emulation, sondern leitet deren Befehle weitgehend direkt auf die echte CPU um, was deutlich schneller ist.

Der Irrtum entsteht, weil man von außen nur eine Konsole oder ein Fenster sieht. Wie ein Programm aussieht, ist es aber nicht: Innen läuft ein vollständiger Rechner mit eigenem Kernel, also dem Kern des Betriebssystems.

Auf einem einzigen physischen Server laufen so Dutzende VMs nebeneinander, jede mit eigenem Betriebssystem, das unabhängig bootet, gepatcht und neu gestartet wird. Genau das macht die Cloud möglich: Viele Kunden nutzen dieselben physischen Rechner und Netze, getrennt nur durch Virtualisierung. Bei AWS heißt der Dienst für VMs EC2 – startet man eine Instanz, bezahlt man deren Laufzeit nach Nutzung.

Woran man es erkennt: Eine VM hat ein eigenes Betriebssystem mit eigenem Kernel und eigenen Festplatten. Ein Container dagegen teilt sich den Kernel des Hosts und startet deshalb schneller und kleiner.

Eine VM heißt nicht Programm im gemeinsamen Betriebssystem, sondern eigenständiger Rechner auf geteilter Hardware.

📌 Hypervisor teilt Hardware · VM bootet eigenes OS · EC2 als VM-Dienst

📚 Cloud von Grund auf · Tag 2 von 30
#aws #CloudHosting
4 Tage vor

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