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Lisa Schneider
Der Mikrocontroller stürzt genau beim Senden ab. Dabei fehlt meist nur ein winziger Kondensator direkt am Pin.

Viele Einsteiger glauben, die Stromversorgung sei gut genug, wenn der Spannungsregler (das Bauteil, das die Betriebsspannung bereitstellt) die richtige Spannung liefert. Klingt plausibel: Der Chip läuft ja stabil, solange er nur rechnet.

Tatsächlich zieht ein Mikrocontroller kurzzeitig deutlich mehr Strom, etwa beim Aktivieren des Funkmoduls. Der Entkopplungskondensator ist ein kleiner Ladungsspeicher direkt am Versorgungspin, der solche Spitzen ausgleicht. Jede Leitung zur Stromquelle hat einen kleinen Innenwiderstand und eine Induktivität (Trägheit gegen plötzliche Stromänderungen). Deshalb reagiert eine lange Leitung zu träge, und die Spannung am Pin bricht kurz ein.

Der Irrtum entsteht, weil das Messgerät nur Durchschnittswerte zeigt. Ein Spannungseinbruch von Mikrosekunden bleibt unsichtbar, führt aber zum Neustart.

Espressif empfiehlt für den ESP32 eine Versorgung, die mindestens 500 mA liefern kann, weil das Senden kurze Stromspitzen verursacht. Ein USB-2.0-Port liefert nach Spezifikation höchstens 500 mA; Entwicklungsboards mit weiteren Verbrauchern erreichen diese Grenze schnell. Praxisregel: 100 nF je Versorgungspin direkt daneben, plus ein größerer Puffer im Mikrofarad-Bereich nahe am Regler.

Woran man es erkennt: Der Controller startet sich genau beim Senden neu oder friert ein. Ein Brownout-Reset (Schutzmechanismus, der bei zu niedriger Spannung geordnet neu startet) bei WLAN-Aktivität deutet auf lange Leitungen, schwache Regler oder fehlende Pufferkondensatoren hin.

Entkopplung heißt nicht verschwendeter Platz auf der Platine, sondern ein lokaler Energiespeicher, der Stromspitzen am Pin abfängt, bevor sie den Chip abschalten.

📌 100 nF am Versorgungspin · Stromspitzen abfangen · Brownout-Reset beim Senden

📚 IoT von Grund auf · Tag 6 von 30
#esp32 #Mikrocontroller
4 Std vor

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