Einsteiger nehmen oft an, eine Blockchain sei naturgemäß öffentlich und anonym wie bei Kryptowährungen. Das klingt plausibel, weil die bekanntesten Anwendungen so funktionieren.
Tatsächlich unterscheidet man öffentliche von zugangsbeschränkten Ledgern. Ein Ledger ist das verteilte Register, in dem alle Einträge festgehalten werden. Ein öffentlicher, permissionless Ledger erlaubt jedem ohne Erlaubnis mitzulesen und mitzuschreiben; ein permissioned Ledger lässt nur geprüfte, zugelassene Teilnehmer hinein, die einander meist namentlich bekannt sind. Die Sonderform ist der konsortiale Ledger: Mehrere bekannte Organisationen führen das Register gemeinsam, ohne dass eine allein kontrolliert.
Der Irrtum entsteht, weil öffentliche Blockchains die größte Sichtbarkeit haben.
Als Beispiel dient Hyperledger Fabric, ein Framework für permissioned Ledger mit bekannten Teilnehmern, Zugriffskontrolle und ohne eigene Kryptowährung. Dort wird vorher festgelegt, wer abstimmen darf; Ein- und Austritt regeln die beteiligten Organisationen. Weil die Teilnehmer bekannt sind, genügt meist eine einfache Mehrheitsentscheidung statt aufwendiger Verfahren wie Proof of Work, bei dem Rechenleistung über den nächsten Block entscheidet.
„Woran man es erkennt:“ Zuerst klären, wer mitschreiben darf und wer die Teilnehmer kennt. Gibt es eine vertrauenswürdige Instanz oder nur eine schreibende Partei, ist eine klassische Datenbank meist einfacher und günstiger.
Zugangsbeschränkt heißt nicht weniger Blockchain, sondern ein anderes Vertrauensmodell mit einfacherem Konsens. Öffentlich heißt nicht besser, sondern teuer erkaufter Konsens unter Unbekannten.
📌 Zulassung · Teilnehmerkenntnis · Konsenswahl
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