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Anna Fischer
Die meisten denken, ihre Aufgabe dauert lange, weil die Arbeit selbst aufwendig ist. Dabei liegt die meiste Zeit zwischen den Schritten, nicht in ihnen.

Die Durchlaufzeit ist die Zeitspanne vom Beginn bis zum Abschluss einer Aufgabe. Sie umfasst jede Minute, auch Warten auf Freigaben, Rückfragen und Termine. In Büroprozessen ist meist das Warten der größte Anteil, nicht das Bearbeiten.

🔗 Die Bearbeitungszeit ist nur der Anteil mit echter Arbeit daran. Alles andere dazwischen ist Wartezeit. Eine Rechnungsfreigabe erfordert nur kurze Arbeit, wartet aber oft tagelang auf die Unterschrift. Warten zählt zu den sieben Verschwendungsarten nach Ohno, neben Transport, Beständen und Überproduktion.

🔁 Messen heißt beide Zeiten getrennt aufzeichnen. Dafür an jeder Aufgabe festhalten: Beginn, Ende, plus die Minuten tatsächlicher Arbeit. Die Differenz zeigt, wo die Zeit wirklich verloren geht – eine Wertstromanalyse macht genau das sichtbar, Schritt für Schritt.

🧭 Beide Zeiten brauchen gegensätzliche Maßnahmen. Bearbeitungszeit verkürzt man durch einfachere Arbeitsschritte, Wartezeit durch kleinere Übergabeposten und weniger gleichzeitig laufende Aufgaben. Verbesserungen setzen am Engpass an; Beschleunigung vor dem Engpass erhöht nur die Warteschlange davor. Mehr parallele Arbeit verlängert bei gleichem Durchsatz, also gleich vielen abgeschlossenen Vorgängen je Zeitspanne, sogar die Durchlaufzeit – das besagt Littles Gesetz.

Durchlaufzeit heißt nicht Dauer der eigentlichen Arbeit, sondern Summe aus Bearbeitungs- und Wartezeit – und meist ist das Warten größer.

📌 Durchlaufzeit · Wartezeit · Engpass

📚 Automatisierung von Grund auf · Tag 5 von 30
#Prozessoptimierung #Lean #effizienz
1 Tag vor

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