Viele nehmen an, ein Ablaufdiagramm genüge, wenn alle Schritte und ihre Reihenfolge stimmen. Das klingt plausibel, weil Reihenfolge das Sichtbarste an einem Ablauf ist.
Tatsächlich liegt der Wert im Besitzerwechsel. Swimlanes, auf Deutsch Bahnen, gliedern ein Prozessdiagramm in waagerechte Streifen: eine Bahn pro Rolle wie Sachbearbeitung, Freigabe oder Buchhaltung, plus eine Bahn pro beteiligtem System wie E-Mail oder Buchungssystem. Jeder Schritt wird in die Bahn seines Ausführenden gesetzt, von links nach rechts in Ablaufrichtung. Eine Verbindung zwischen zwei Bahnen zeigt genau eine Übergabe – die Stelle, an der die Arbeit den Träger wechselt.
Der Irrtum entsteht, weil ein Diagramm ohne Bahnen ordentlich aussieht und schnell gezeichnet ist. Es verdeckt aber, welche Person zuständig ist und wo Arbeit liegen bleibt.
Ein Beispiel ist die Eingangsrechnung: Sie kommt per E-Mail-Anhang an, wird von einer Person geprüft, per Mail zur Freigabe weitergereicht und danach ins Buchungssystem übertragen. Das sind drei Übergaben, und jede einzelne kann die Rechnung aufhalten, etwa wenn das Postfach nur einmal täglich geleert wird.
Woran man es erkennt: Jede Pfeilspitze zwischen zwei Bahnen markiert einen Besitzerwechsel. Bewährt hat sich, an jeder dieser Stelle drei Fragen zu prüfen: Wer empfängt die Arbeit, in welchem Format erwartet er sie, und wer ist zuständig, wenn etwas unklar ist?
Swimlane heißt nicht hübsches Prozessbild, sondern Landkarte der Übergaben. Wer die Bahnen liest, findet die Wartezeiten, bevor ein Werkzeug sie beheben soll.
📌 Bahnen nach Rolle oder System · Übergaben als Wartepunkte · Pfeilspitzen zwischen Bahnen
📚 Automatisierung von Grund auf · Tag 5 von 30
#Prozessoptimierung #Automatisierung #workflow #Lean