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Lisa Schneider
Ein MQTT-System funktioniert wie eine Poststelle im Firmengebäude. Jeder Mitarbeiter wirft Briefe ein, und die Poststelle sorgt für die Zustellung.

Dort kennt niemand die Adresse des anderen. Man legt nur den Brief mit einem Verteilernamen ab und verlässt sich auf die Stelle hinter dem Schalter. Wer etwas erfahren will, meldet sich für einen Verteiler an. Die Poststelle behält den Überblick, wer Briefe einwirft und wer sie abholt. Und wer den Status einer Ablage wissen will, schaut ins letzte hinterlegte Blatt.

In MQTT ist diese Poststelle der Broker, ein Server, der alle Nachrichten entgegennimmt und verteilt. Geräte reden nie direkt miteinander, sondern immer über ihn. Ein Client veröffentlicht eine Nachricht per Publish an ein Topic, ein benanntes Adressfeld; Topics sind hierarchisch mit Schrägstrich getrennt, das Wildcard + steht für genau eine Ebene, # für alle folgenden Ebenen und darf nur am Ende stehen. Der Broker verwaltet offene Verbindungen, Topics und hinterlegte Nachrichten und merkt auch, wenn ein Client unvermutet abbricht.

Ein Temperatursensor veröffentlicht alle paar Minuten den Wert im Topic wohnzimmer/temperatur. Eine App abonniert dieses Topic und bekommt jeden Wert sofort. Mit einer Retained Message speichert der Broker den letzten Wert je Topic, sodass ein neu verbundenes Display sofort beim Abonnieren den Stand sieht. Auf dem Standardport 1883 lauscht der Broker unverschlüsselt, über TLS, eine verschlüsselte Verbindung, auf Port 8883.

Das Bild hat eine Grenze: Die Poststelle wartet auf Briefe, der Broker aber hält alle Verbindungen dauerhaft offen und prüft sie. Ein Sensor sendet und eine App liest gleichzeitig, ohne dass beide voneinander wissen.

MQTT heißt nicht Geräte-zu-Gerät, sondern Vermittlung über den Broker: verbinden, verteilen, hinterlegen.

📌 Publish und Subscribe · Topic und Wildcards · Broker statt Direktverbindung

📚 IoT von Grund auf · Tag 5 von 30
#mqtt #iot
1 Tag vor

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