Das Symptom kennen viele beim ersten Vergleich. Der DHT22 liefert feine Werte, wirkt aber trotzdem unzuverlässig, und schnell gilt ein Sensor als kaputt. Meist sind beide in Ordnung, und die Differenz hat eine saubere Erklärung.
Dahinter stehen zwei Angaben, die das Datenblatt getrennt nennt. Auflösung ist der kleinste Schritt, den ein Sensor überhaupt ausgeben kann. Genauigkeit ist die maximal zulässige Abweichung vom wahren Wert, die der Hersteller zusichert; sie gilt meist nur in einem begrenzten Messbereich. Ein Wert mit zwei Nachkommastellen kann trotzdem um mehrere Grad danebenliegen.
Der DHT22 ist mit etwa 0,5 °C Temperaturgenauigkeit und 2 bis 5 % relativer Luftfeuchte (rF) spezifiziert, der DHT11 dagegen mit etwa 2 °C und 5 % rF; er misst nur ganze Grad und Prozent. Zwei Geräte dürfen also ruhig auseinanderliegen, ohne defekt zu sein. Dazu misst jeder nur die Luft unmittelbar an seinem Gehäuse; Wärme von Spannungsregler und Funkmodul macht einen Sensor direkt daneben zu warm.
So prüft man es: Erst beide Datenblätter auf Genauigkeit, Messbereich und Wiederholgenauigkeit vergleichen. Dann den Sensor neben ein als genauer bekanntes Referenzgerät legen und beide Werte über einige Stunden vergleichen.
Genauigkeit heißt nicht, wie fein der Sensor zählt, sondern wie nah er am wahren Wert bleibt. Die Nachkommastellen der Anzeige sagen darüber nichts aus.
📌 Auflösung vs. Genauigkeit · Datenblatt lesen · Referenzvergleich
📚 IoT von Grund auf · Tag 4 von 30
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