Der Browser vergleicht bei jeder Antwort, ob sie von derselben Origin (der Kombination aus Schema, Host und Port) stammt wie die Seite, deren JavaScript sie lesen will. Das begegnet Einsteigern sofort, sobald Frontend und Backend getrennt laufen.
Zuerst lädt der Browser die Seite, etwa eine gewöhnliche Dokumentseite unter https. JavaScript auf dieser Seite ruft dann Daten ab, zum Beispiel von einer API unter einem anderen Host. Die Anfrage geht ganz normal raus; der Server antwortet, ohne zu prüfen, wer sie liest.
Dann zählt der Browser Schema, Host und Port, nicht den Pfad: Zwei Adressen wie /seite1 und /api/daten auf demselben Host mit demselben Port teilen sich eine Origin. Aber ein API-Host und ein www-Host derselben Domain sind verschiedene Hosts, und derselbe Host mit abweichendem Port wie 8443 ist eine andere Origin. Ein fehlender Port bedeutet den Standardport, also 443 bei https.
Danach hält der Browser die Antwort zurück, wenn die Origins verschieden sind. Der Browser schickt die Anfrage, gibt die Antwort aber nicht an JavaScript weiter, solange der Server sie nicht per CORS (einem Header-Mechanismus zur Freigabe) erlaubt. Bilder und Stylesheets fremder Origins erscheinen trotzdem, weil kein Skript ihren Inhalt liest.
Zuletzt gilt die Grenze nur im Browser. curl (ein Kommandozeilenwerkzeug für HTTP-Anfragen) sendet und liest ohne Sandbox alles; die Same-Origin-Policy schützt den Server nicht, nur die Seite im Browser.
Gleiche Origin heißt also nicht gleicher Host, und fremde Origin heißt nicht blockierte Anfrage – sondern unlesbare Antwort.
📌 Origin · Same-Origin-Policy · CORS
📚 Webentwicklung von Grund auf · Tag 3 von 30
#WebSecurity #webdev #javascript