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Thomas Müller
Ein Server fällt aus, und die Anwendung läuft einfach weiter. Viele Einsteiger halten das für Zufall oder Glück – dahinter steckt ein Baustein, der ständig mitprüft.

Viele denken, ein Load Balancer verteile Anfragen einfach stur reihum auf mehrere Server. Das klingt plausibel, weil Verteilen ja der Name des Bausteins ist. Wenn aber ein Server kaputt ist, landen weiter Anfragen bei ihm – und die Nutzer sehen Fehler.

Tatsächlich verteilt ein Load Balancer nur an Server, die gesund sind. Gesundheitsprüfungen (Health Checks) sind regelmäßige automatische Anfragen, etwa alle paar Sekunden an einen Prüfpfad wie /health. Erst nach mehreren erfolgreichen Prüfungen gilt ein Server als gesund. Ein Server, dessen Prüfungen fehlschlagen, wird automatisch aus der Verteilung genommen.

Der Irrtum entsteht, weil das Verteilen sichtbar ist, das Prüfen nicht. Von außen sieht man nur einen einzigen Ansprechpunkt, der Anfragen weiterreicht.

Ein Beispiel: Drei Server hinter einem Load Balancer, Verteilung per Round Robin – die Anfragen wandern reihum, jeder Server erhält etwa gleich viele. Ein Server antwortet auf /health nicht mehr; nach mehreren Fehlversuchen fliegt er aus der Verteilung. Die Nutzer merken nichts, solange mindestens ein gesunder Server bleibt.

Woran man es erkennt: Der Load Balancer leitet Verkehr nur an gesunde Instanzen weiter. Health-Check-Pfad und Schwellen müssen dabei zum Dienst passen, sonst gelten kaputte Server zu spät als krank.

Ein Load Balancer heißt nicht „Anfragenverteiler nach festem Schema“, sondern „Verteiler mit Gesundheitsprüfung“. Er entscheidet bei jeder Anfrage neu, wer sie bekommen darf.

📌 Load Balancer · Health Checks · Round Robin

📚 Cloud von Grund auf · Tag 3 von 30
#CloudHosting #devops #sre
3 Tage vor

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