Einsteiger begegnen Zero Trust meist bei IT-Sicherheitsprojekten oder in Ausschreibungen. Wer es als Produkt versteht, kauft teure Werkzeuge – und behält die alte Architektur mit allen Lücken.
Zero Trust ist ein Architekturprinzip, kein Produkt: Jeder Zugriff wird einzeln geprüft und bewilligt, egal aus welchem Netz er kommt. Der US-Standard NIST SP 800-207 von 2020 fasst das als Sicherheitsparadigma, das implizites Vertrauen aufgrund der Netzposition oder des bloßen Gerätebesitzes abschafft. Alle Datenquellen und Dienste gelten darin als schützenswerte Ressourcen, und jede Kommunikation wird unabhängig vom Netzstandort gesichert.
Der Zugriff wird je Sitzung gewährt und nach dem Prinzip der geringsten Rechte beschränkt: Wer das interne Wiki aufruft, erhält nur Lesezugriff auf genau diese eine Ressource. Der Policy Enforcement Point stoppt die Anfrage und setzt die Entscheidung durch; der Policy Decision Point prüft Identität, Gerätezustand und Kontext. Dynamische Richtlinien – Regeln, die festlegen, wer mit welchem Gerät unter welchen Bedingungen auf welche Ressource darf – bilden die Grundlage der Entscheidung.
Verwechselt wird Zero Trust gern mit VPN oder Firewall. Ein VPN verschlüsselt nur den Tunnel; hinter dem Tunnel gilt oft weiterhin das alte Vertrauen im internen Netz. Ein Notebook im Büronetz und ein Homeoffice-Gerät stehen in Zero Trust gleichrangig vor der Prüfung.
Zero Trust heißt nicht, das interne Netz zu verteidigen, sondern jeden einzelnen Zugriff zu entscheiden.
📌 Implizites Vertrauen · Je Sitzung · Least Privilege
📚 Zukunftstechnologien verstehen · Tag 3 von 30
#zerotrust #Cybersicherheit #architektur #Regulierung