Wer die zwei Rollen kennt, zerlegt jedes Gerät sauber in Sensor- und Aktorteile. Wer sie nicht kennt, verwechselt Messwert und Befehl und wundert sich, warum die Schaltung nichts tut.
Ein Sensor übersetzt eine physikalische Größe wie Temperatur oder Helligkeit in ein elektrisches Signal. Ein Aktor dreht diesen Weg um: Er setzt ein elektrisches Signal in eine Wirkung, etwa das Schließen eines Relais, einen Motorlauf oder das Aufleuchten einer LED. Beim Sensor fließt die Information von der Außenwelt zum Gerät, beim Aktor zurück in die Außenwelt.
Ein Mikrocontroller-Pin ist nur eine Metallfläche mit Anschluss innen; ob sie Spannung ausgibt oder einen Pegel einliest, entscheidet erst die Software. GPIO-Pins (General Purpose Input/Output) lassen sich per Software als Eingang oder Ausgang einstellen.
Ein Thermostat-Knoten vereint beide Rollen. Ein Temperatursensor misst etwa 22 °C, ein Analog-Digital-Wandler (ADC) macht aus der Spannung des Sensors eine Zahl. Die Firmware läuft nach dem Start in einer Endlosschleife, vergleicht den Wert mit dem Sollwert. Ist es zu kalt, schaltet ein Relais die Heizung – der Aktor übersetzt den elektrischen Befehl in den geschlossenen Kontakt. Schaltet das Relais Netzspannung, gehören Arbeiten daran an eine Fachkraft, und zwar nur spannungsfrei.
Verwechselt wird Sensor oft mit Sensorik-Modulen oder mit dem Mikrocontroller selbst. Der Sensor ist nur der Übersetzer am Rand des Systems; gerechnet wird im Mikrocontroller, gewirkt im Aktor.
Sensor heißt nicht „kleines Bauteil“, sondern eine Richtung: Information hinein. Aktor ist die Gegenrichtung: Wirkung hinaus. Beides sind Rollen, keine Bauteilklassen.
📌 Sensor · Aktor · Informationsrichtung
📚 IoT von Grund auf · Tag 2 von 30
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