Export funktioniert nur über Umwege oder in unleserlichen Ersatzformaten.
Eine Spezifikation beschreibt schriftlich und technisch, wie ein Format oder eine Schnittstelle, also eine definierte Anschlussstelle für Datenaustausch, aufgebaut ist. Ein offener Standard ist eine öffentlich zugängliche Spezifikation, die jeder umsetzen kann, ohne die Erlaubnis eines einzelnen Anbieters zu brauchen. Ein proprietärer Standard gehört einem Anbieter, der festlegt, wer ihn nutzen darf; seine Beschreibung ist oft unvollständig, nur seine Produkte sind voll kompatibel. Offene Standards ermöglichen Interoperabilität, also dass Systeme Daten austauschen und gemeinsam nutzen; proprietäre Formate erzeugen Abhängigkeit, den Lock-in. Nicht verwechseln: „offen“ heißt nicht „Open Source“. Open Source meint einsehbaren Quellcode; ein offener Standard darf auch in Closed-Source-Software umgesetzt werden.
PDF und JPEG sind offen spezifiziert, deshalb öffnen viele unabhängige Programme dieselben Dateien. Wer herstellereigen speichert, braucht für den Wechsel meist das Ursprungsprodukt. Der EU-Data Act (Verordnung (EU) 2023/2854) erleichtert den Wechsel zwischen Datenverarbeitungsdiensten, mit Vorgaben zu Wechselgebühren und Übergangsfristen.
So prüft man es: Nachsehen, ob Exportformate und Schnittstellen offen standardisiert sind, und das Ergebnis dokumentieren. Eine Exit-Strategie je kritischem Dienst – Datenexport, Alternativanbieter, Übergangsbetrieb – plant man vor dem Einstieg.
Ein offener Standard ist keine Marketingaussage, sondern eine Spezifikation, die jeder unabhängig umsetzen darf. Wer sie wählt, kauft Wahlfreiheit statt Abhängigkeit.
📌 Offene Standards · Interoperabilität · Lock-in vermeiden
📚 Zukunftstechnologien verstehen · Tag 2 von 30
#Souveraenitaet #strategie #DigitaleTransformation