Einsteiger begegnen dem Technology Radar in Architekturmeetings. Wer ihn nicht kennt, verwechselt Hoffnung mit Einsatzreife – und zahlt mit Projektrisiko.
Der Technology Radar ist eine regelmäßig aktualisierte Übersicht, in der ein Team alle betrachteten Technologien sichtbar einsortiert. Das bekannte Beispiel stammt von ThoughtWorks mit den Ringen Adopt, Trial, Assess und Hold.
Adopt heißt: Die Technik gilt als erprobt und darf als Standard gewählt werden. Trial: Sie ist vielversprechend und wird in einzelnen Projekten mit begrenztem Risiko erprobt. Assess heißt Beobachten; Hold sperrt Veraltetes oder Riskantes. So wird der Radar zur gemeinsamen Sprache: nicht „gut oder schlecht“, sondern welcher Ring passt – und welche Kriterien für den nächsten Ring fehlen.
Ein Team setzt ein bewährtes Webframework auf Adopt und testet ein neues Speicherverfahren in einem Projekt auf Trial. Eine junge KI-Bibliothek beobachtet es auf Assess, eine veraltete auf Hold. Als grobe Regel gilt: TRL 7 bis 9 (Technology Readiness Level, eine Reifegradskala von 1 bis 9) trägt produktive Lasten, TRL 5 bis 6 eignet sich für einen Piloten, TRL 1 bis 4 nur für Beobachtung. Stolperfehler: Reife nie aus Herstellerwerbung ableiten; solche Aussagen meinen oft Demonstratoren, nicht den Betrieb unter Last.
Jede Einstufung wird dokumentiert, etwa in einer Architekturentscheidung – so bleiben Annahmen später prüfbar.
Ein Trial ist eine Frage mit messbarer Antwort: Vor dem Start wird festgehalten, welches Ergebnis sie als beantwortet gelten lässt. Wer nach dem Ring fragt, entscheidet über den nächsten Schritt – nicht über Meinungen.
📌 Ringe statt Meinungen · Handlungsempfehlung · dokumentierte Einstufung
📚 Zukunftstechnologien verstehen · Tag 2 von 30
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