Make-or-Buy ist die Grundsatzentscheidung, ob eine Funktion im eigenen Haus entwickelt oder als fertige Lösung zugekauft wird. Sie begegnet einem überall: bei Login, Bezahlung, Suche oder E-Mail-Infrastruktur.
Zuerst wird jede Funktion danach bewertet, ob sie Kernkompetenz oder Standard ist. Eine Kernkompetenz ist eine Fähigkeit, die das eigene Angebot im Wettbewerb sichtbar von anderen unterscheidet. Eine Standardfunktion bieten viele Anbieter gleichartig an, und jeder Betrieb braucht sie ohnehin.
Dann werden für beide Wege die Gesamtkosten über die Laufzeit geschätzt (Total Cost of Ownership). Beim Eigenbau zählen nicht nur Entwicklung, sondern Dauerkosten: Jede selbst gebaute Funktion muss gepflegt, dokumentiert, aktualisiert und über Personalausfälle hinweg betrieben werden. Beim Zukauf kommen Betrieb, Lizenzen, Schulung, Integration und Migration hinzu.
Danach wird der Lock-in geprüft, also wie teuer und aufwendig ein späterer Ausstieg wäre. Entscheidend sind exportierbare Daten, offene Formate und Schnittstellen sowie alternative Anbieter. Ein typisches Beispiel: Ein Onlinehändler entwickelt seine Produktsuche selbst, weil sie den Umsatz unterscheidet, kauft aber Login, Bezahlung und E-Mail-Infrastruktur als Standarddienst ein.
Zuletzt wird die Entscheidung schriftlich dokumentiert und begründet. So bleibt später nachvollziehbar, welche Annahmen über Kosten, Nutzen und Risiko ihr zugrunde lagen.
Eigenbau heißt nicht sparsam, sondern eine zweite Produktlinie: gebaut, gepflegt und verantwortet. Gekauft wird alles, was den Unterschied im Wettbewerb nicht ausmacht.
📌 Kernkompetenz · Total Cost of Ownership · Lock-in
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