Wer eine Anwendung erstmals ins Internet stellt, mietet oft einen dedizierten Server, also einen fest zugewiesenen physischen Rechner. Der Vertrag läuft monatlich, ob die Maschine arbeitet oder leer läuft.
Hinter dem Symptom stehen die fünf Merkmale der Cloud, wie sie das US-Institut NIST in SP 800-145 definiert. Cloud Computing ist demnach bedarfsgerechter Netzzugriff auf einen gemeinsamen Pool konfigurierbarer Rechenressourcen, schnell bereitgestellt und wieder freigegeben. Fehlt eines der Merkmale, liegt Servermiete oder Hosting vor, keine echte Cloud.
Selbstbedienung heißt: Ressourcen über eine Weboberfläche oder Programmierschnittstelle (API) bestellen, ohne Vertrieb. Breiter Netzzugriff: erreichbar über Standardprotokolle wie HTTPS, nicht nur von einer festen Leitung. Pooling: viele Kunden teilen sich dieselben physischen Rechner und Speicher, getrennt nur durch Virtualisierung, also durch Software statt eigener Hardware. Elastizität: bei Lastanstieg starten zusätzliche Maschinen, bei Ruhe verschwinden sie. Gemessener Dienst: Nutzung wird automatisch erfasst und ausgewiesen.
Um drei Uhr nachts wird in der Konsole mit wenigen Klicks eine virtuelle Maschine gestartet und nach einer Stunde wieder gelöscht. Bezahlt wird genau diese eine Stunde Laufzeit. Der dedizierte Server wird stattdessen monatlich abgerechnet, ob er läuft oder nicht.
So prüft man es: Ein Angebot an den fünf Merkmalen messen und nachfragen, was bei einer nicht mehr gebrauchten Ressource passiert. Echt ist die Cloud erst, wenn Freigeben sofort und ohne Restkosten möglich ist.
Cloud ist nicht Server im Internet, sondern ein Pool, aus dem man sich bedient und zurückgibt.
📌 NIST SP 800-145 · fünf Merkmale · nutzungsbasierte Abrechnung
📚 Cloud von Grund auf · Tag 1 von 30
#CloudHosting #devops