Einsteiger denken so, weil Adressen wie /artikel/42 wie Dateipfade aussehen. Das klingt plausibel, schließlich arbeitet man im Betriebssystem tagtäglich mit Ordnern.
Tatsächlich besteht eine URL aus mehreren Teilen: Schema, Host, optionalem Port, Pfad, optionaler Query und optionalem Fragment. Das Schema etwa https sagt dem Client, also dem Browser, welches Protokoll er für die Verbindung nutzt. Der Host nennt den Server, und der Pfad benennt die Ressource, die angefragt wird. Der Server vergleicht den Pfad mit seinen hinterlegten Routen und antwortet mit 404, wenn keine passt.
Der Irrtum entsteht, weil URLs oft so aussehen wie Dateipfade. Server dürfen den Pfad aber beliebig deuten; eine Ordnung dahinter ist reine Konvention.
Nehmen wir eine Adresse mit dem Pfad /artikel/42 und der Query ?sort=neu&page=2. Der Browser baut daraus die Anfrage an den Server des Hosts, über HTTPS verschlüsselt. Der Pfad wählt die Ressource, die Query-Parameter als Name-Wert-Paare liefern zusätzliche Angaben wie Filter oder Sortierung. Passt keine Route, antwortet der Server mit 404 statt 200.
Woran man es erkennt: Der Server antwortet auf jeden Pfad nach eigenen Regeln, nicht nach Dateisystem-Lookup. Ein Fragment nach der Raute wird gar nicht erst mitgesendet, weil es eine Stelle innerhalb der Seite bezeichnet.
Der Pfad heißt nicht Ordnerstruktur auf dem Server, sondern ein Bezeichner für die Ressource, deren Deutung beim Server liegt.
📌 Schema · Host · Pfad · Query-Parameter
📚 Webentwicklung von Grund auf · Tag 1 von 30
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