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Maria Zimmermann
Eine Technologie einzuschätzen funktioniert wie eine Bergtour mit Wetterbericht. Bevor man losgeht, will man wissen, wie weit der Weg wirklich gesichert ist.

Das Bild zeigt das genau: Unten im Tal stehen Grundprinzipien als Schilder, die nur den Weg andeuten. Am Berg sind Klettersteige markiert, eine Sicherung am Geländer trägt nur den geübten Einzelnen. Erst oben, auf dem befestigten Höhenweg, geht eine ganze Gruppe sicher – auch wenn der Bericht Nebel und Regen vorhersagt.

Fachlich ist der Höhenweg die TRL-Skala, die Technology-Readiness-Level-Skala der NASA, die auch EU-Forschungsprogramme nutzen. Sie reicht von TRL 1, dem beobachteten Grundprinzip, bis TRL 9, dem im Alltag bewährten System. Die Schilder unten sind TRL 1 bis 3, also Forschung; die gesicherten Klettersteige entsprechen TRL 4 bis 6 mit Labor- und Prototyp-Nachweisen; der befestigte Weg ist TRL 7 bis 9 mit Einsatz unter realen Bedingungen.

Ein Beispiel: Eine neuartige Bilderkennung wurde im Labor an ausgewählten Fotos demonstriert, etwa TRL 4 bis 5. Erst der Nachweis unter echten Produktionsbedingungen, mit Ausfällen und Lastspitzen, führt auf TRL 7 bis 8. Als grobe Regel gilt: TRL 7 bis 9 trägt produktive Lasten, TRL 5 bis 6 passt für einen Pilot.

Das Bild hat eine Grenze: Ein Berg bleibt, wo er ist, doch ein Reifegrad kann zurückfallen. Versionssprünge oder abgekündigte Abhängigkeiten drücken eine TRL-9-Technologie wieder herab. Deshalb wird die Einstufung regelmäßig überprüft und dokumentiert.

TRL heißt nicht „interessant beworben“, sondern „unter welchen Bedingungen von wem nachgewiesen“.

📌 TRL-Skala · Reifegrad · Entscheidungsregel

📚 Zukunftstechnologien verstehen · Tag 1 von 30
#Innovation #strategie #CTO
5 Tage vor

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