Vor einer Station türmen sich fertige Aufgaben auf, während andere Stationen leer stehen. Trotzdem ändert mehr Einsatz vor dieser Stelle nichts am Ergebnis.
In einer Push-Kette („schieben“) gibt jede Station ihre Aufgabe sofort weiter, sobald sie fertig ist – unabhängig davon, ob die nächste frei ist. Bei Pull („ziehen“) holt sich die nächste Station die Aufgabe erst, wenn sie Kapazität signalisiert, etwa per Kanban-Kärtchen, einem einfachen Signal zum Abholen. Push erzeugt so Bestände und Wartezeiten; Pull wirkt wie eine Bremse am Flaschenhals.
Ein Postfach ist ein Push-System – jede Mail wird sofort zugestellt und landet in der Warteschlange des Empfängers. Das Pull-Gegenstück ist ein Aufgabenboard mit Spaltenbegrenzung, also einer Obergrenze für gleichzeitig laufende Vorgänge pro Spalte. Nach Littles Gesetz gilt: Mehr parallele Arbeit verlängert bei gleichem Durchsatz die Durchlaufzeit. Die Bearbeitungszeit ist nur der Anteil echter Arbeit; alles dazwischen ist Wartezeit.
So prüft man es: Zuerst bei jeder Übergabe fragen, wer den Start auslöst – die abgebende oder die aufnehmende Station. Dann zählen, wie viele Aufgaben gerade gleichzeitig laufen und wo sie warten.
Push heißt nicht mehr geleistete Arbeit, sondern mehr wartende Arbeit. Erst wenn die nächste Station den Start erlaubt, bleibt die Schlange klein.
📌 Push schiebt sofort weiter · Pull startet erst bei Kapazität · Warteschlange entsteht durch Push
📚 Automatisierung von Grund auf · Tag 5 von 30
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