Brownout und Watchdog sehen im Seriellen Monitor gleich aus: Startmeldungen, kurzer Betrieb, dann beginnt der Neustart von vorn. Nur eine der beiden Meldungen hat mit Software zu tun.
Ein Brownout-Reset ist eine Schutzmaßnahme der Hardware. Der Brownout-Detektor, eine Schaltung im Mikrocontroller, überwacht die Versorgungsspannung und löst einen Reset aus, sobald sie unter eine festgelegte Schwelle fällt. Typisches Muster: Neustart, sobald WLAN oder ein Aktor zugeschaltet wird.
Der Watchdog-Reset reagiert auf hängende Software. Ein Watchdog ist ein Timer, den das Programm regelmäßig zurücksetzen muss. Bleibt das aus, weil der Code in einer Endlosschleife feststeckt, läuft der Timer ab und löst einen Reset aus – bei feststeckender Software typischerweise immer an derselben Stelle im Ablauf.
Der Unterschied liegt im Auslöser: Spannung oder Software. Der Funkchip zieht beim Senden kurzzeitig deutlich mehr Strom; genau dann sackt eine schwache Versorgung ein. Ein Brownout bei WLAN-Aktivität deutet auf zu lange Leitungen, zu schwache Regler oder fehlende Pufferkondensatoren hin. Espressif empfiehlt für den ESP32 mindestens 500 mA Versorgungsstrom.
Faustregel: Neustart immer genau beim Zuschalten von WLAN oder Aktoren? Erst Spannung messen, direkt am Versorgungspin des Moduls, nicht am USB-Stecker. Erst danach den Code prüfen. Zur Behebung gehören 100-nF-Entkopplungskondensatoren an jeden Versorgungspin plus ein Puffer im Mikrofarad-Bereich.
Brownout heißt nicht „kaputter Code“, sondern „Versorgung zu schwach fürs Senden“ – der Reset schützt nur vor Folgeschäden.
📌 Brownout-Detektor · Spannung messen am Pin · Pufferkondensator
📚 IoT von Grund auf · Tag 22 von 30
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