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Lisa Schneider
Der Sensor meldet keine Daten mehr, und im seriellen Monitor startet die Firmware einfach von vorn. Dabei ist nicht der Code schuld, sondern die Stromversorgung.

Das Bild ist typisch: Das Gerät startet im Sekunden- oder Minutenrhythmus neu, immer dann, wenn die Firmware das WLAN und die erste Übertragung anfasst. Dazwischen läuft alles unauffällig.

Hinter dem Symptom steht der Brownout-Reset. Ein Brownout-Detektor ist eine Schaltung im Mikrocontroller, die die Versorgungsspannung mit einem festen Schwellwert vergleicht. Sinkt die Spannung darunter, löst er einen geordneten Reset aus, statt den Chip unvorhersehbar weiterlaufen zu lassen.

Ein konkreter Ablauf: Beim Einschalten des WLAN-Funksenders steigt der Strombedarf des ESP32 für kurze Zeit stark an. Genau in dieser Spitze bricht eine schwache Quelle zusammen. Der Spannungsregler regelt erst mit Verzögerung nach, bis dahin sinkt die Spannung am Chip unter den Schwellwert. Lange, dünne Leitungen und zu schwache Netzteile oder USB-Anschlüsse verstärken den Effekt.

So prüft man es: Die Versorgungsspannung direkt an den Versorgungspins des Moduls mit einem Oszilloskop messen. Ein Multimeter verpasst die kurzen Einbrüche meist und zeigt oft eine normale Spannung.

Die Abhilfe ist zweistufig: erst die Quelle stärken, also Netzteil und Leitung auf ausreichend Strom und kurzen Weg prüfen. Dann die Energie lokal puffern, also Entkopplungskondensatoren nahe am Chip ergänzen. Ein Entkopplungskondensator ist ein kleiner Ladungsspeicher, der die Spitze im entscheidenden Moment deckt.

Brownout heißt nicht „kaputte Firmware“, sondern „zu wenig Spannung im entscheidenden Moment“. Wer bei Neustarts zuerst den Code verdächtigt, sucht am falschen Ende.

📌 Brownout-Reset · Stromspitze · Entkopplungskondensator

📚 IoT von Grund auf · Tag 22 von 30
#esp32 #Mikrocontroller #embedded #iot
13 Std vor

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